23.10.2026
Brent erreicht mit 114,73 Dollar neues Sechsmonatshoch – hohe Frachtraten und Iran-Risiken treiben Ölpreise.
Brent: 114.87
Gasoil: 1490.75
Dollar: 0.8217
Crude (WTI): 100.41
Rheinfracht: 245.00

Der Brent-Ölpreis erreichte mit 114,73 US-Dollar je Barrel den höchsten Stand seit sechs Monaten. Haupttreiber sind die stark gestiegenen Frachtraten und die zunehmende geopolitische Risikoprämie im Zusammenhang mit dem Iran und den Ölexporten aus dem Mittleren Osten.

Obwohl sich die physischen Öllieferungen aus der Region weitgehend normalisiert haben, bleibt die Lage angespannt. US-Evakuierungen in Saudi-Arabien sowie anhaltende Angriffe auf Tanker und Schäden durch Seeminen verstärken die Befürchtungen einer weiteren militärischen Eskalation. Die Frachtraten liegen weiterhin um ein Vielfaches über dem Niveau vor den US-Angriffen auf den Iran. Die Produktionsausfälle einer libyschen Pipeline spielen dagegen nur eine untergeordnete Rolle.

Die Analysten von Citi und Goldman Sachs räumen ein, den Einfluss der hohen Transportkosten auf die Ölpreise bislang unterschätzt zu haben. Deshalb könnten ihre bisherigen Preisprognosen für das Jahresende in den kommenden Wochen nach oben korrigiert werden.

Am Markt überwiegt die Erwartung, dass die Ölpreise länger auf hohem Niveau bleiben. Eine deutliche kurzfristige Entspannung erscheint angesichts der geopolitischen Risiken unwahrscheinlich. Neue US-Angriffe auf den Iran sind allerdings bislang nicht bestätigt.

Fundamental bleibt die Markteinschätzung leicht bullish. Die Kombination aus hohen Frachtraten, geopolitischen Unsicherheiten und möglichen Lieferunterbrechungen stützt die Preise. Mit Blick auf die jüngsten Brent-Höchststände sind daher auch bei den Inlandspreisen weitere deutliche Preissteigerungen zu erwarten.

 

Fundamental: neutral bis bullish             Chartanalyse: neutral bis bullish