07.10.2026
Rohölpreise steigen weiter – US-Förderrisiken und Nahost-Konflikt treiben den Markt.
Brent: 101.01
Gasoil: 1381.00
Dollar: 0.8320
Crude (WTI): 89.68
Rheinfracht: 285.00

Die Rohölpreise setzen ihren Aufwärtstrend am Mittwoch fort. Ausschlaggebend sind vor allem neue Risiken auf der Angebotsseite sowie die weiterhin angespannte geopolitische Lage im Nahen Osten. Während sich die Exportströme durch die Straße von Hormus teilweise erholen, sorgen wiederholte Schiffs- und Drohnenangriffe weiterhin für eine erhöhte Risikoprämie am Ölmarkt.

Zusätzlichen Preisdruck erzeugt ein aufziehendes Tief im Golf von Mexiko, das bis Donnerstag oder Freitag Hurrikanstärke erreichen könnte. Erste Unternehmen, darunter Chevron, haben bereits Offshore-Plattformen evakuiert. Mögliche Produktionsausfälle könnten die ohnehin angespannte Versorgungslage weiter verschärfen. Marktanalysten sehen darin eine zusätzliche Belastung für das Angebot.

Gleichzeitig bleibt die tatsächliche Stabilität der internationalen Lieferketten fraglich. Zwar steigen die Exportmengen aus dem Nahen Osten wieder, doch niedrige Lagerbestände und knappe Dieselvorräte begrenzen den Puffer des physischen Marktes. Dadurch reagiert der Markt besonders empfindlich auf mögliche Versorgungsunterbrechungen.

Zur Entspannung der Situation sollen zudem strategische Reserven freigegeben werden. Die Internationale Energieagentur (IEA) berät über die von den G7-Staaten zugesagte Freigabe von bis zu 100 Millionen Barrel Rohöl und Diesel.

Weitere Impulse werden von den US-Lagerbestandsdaten des Energieministeriums erwartet. Sollten diese erneut sinkende Produktbestände zeigen, könnte der Preisdruck zunehmen. Insgesamt bleibt die fundamentale Einschätzung daher leicht bullish. Auch bei den Inlandspreisen zeichnen sich weitere Preisaufschläge im Tagesverlauf ab.

Fundamental: neutral bis bullish             Chartanalyse: neutral