Die internationalen Ölpreise setzen ihre Aufwärtsbewegung fort. Grund dafür ist vor allem die zunehmende Eskalation zwischen den USA und Iran, wodurch die Risikoprämie auf Rohöl deutlich gestiegen ist. Nach weiteren US-Angriffen auf iranische Ziele reagierte Teheran mit Angriffen auf Jordanien, Bahrain und Kuwait. Besonders kritisch ist die Lage an der Straße von Hormus, einer zentralen Route für den weltweiten Öltransport. Zwar fließt weiterhin Rohöl durch die Meerenge, doch steigende Angriffe auf Tanker erhöhen das Risiko erheblicher Lieferunterbrechungen.
Marktanalysten rechnen deshalb mit anhaltend hohen Ölpreisen, solange keine politischen Lösungen oder eine dauerhafte Stabilisierung der Region erkennbar sind. Zusätzlich verschärfen knappe Produktbestände die Versorgungslage. Russland verlängert seine Exportbeschränkungen für Benzin und Diesel, während Schäden an Raffinerien durch ukrainische Drohnenangriffe die verfügbaren Kapazitäten reduzieren.
Besondere Aufmerksamkeit richtet sich daher auf die aktuellen US-Ölbestandsdaten des Energieministeriums. Vor allem die Destillatvorräte befinden sich auf einem historisch niedrigen Niveau. Dies ist angesichts der bevorstehenden Wintersaison problematisch, da mit einer steigenden Nachfrage gerechnet wird.
Entlastung brachte hingegen der Tropensturm Edouard im Golf von Mexiko. Obwohl er an der US-Küste starke Regenfälle verursachte, wurden keine größeren Schäden an Offshore-Ölanlagen gemeldet.
Insgesamt ist die fundamentale Marktlage derzeit eindeutig bullish. Die Kombination aus geopolitischen Risiken, möglichen Störungen der Öltransporte und knappen Produktbeständen dürfte die Preise weiter stützen. Auch die Inlandspreise steigen entsprechend deutlich.
Fundamental: bullish Chartanalyse: Neutral bis bullish