Die internationalen Ölpreise sind am Montag erneut gestiegen. Grund dafür waren neue militärische Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran. Nach US-Angriffen auf iranische Militärziele kam es zu Vergeltungsmaßnahmen des Iran. Dadurch nehmen die Sorgen über mögliche Störungen der Energieversorgung und des internationalen Öltransports zu. Besonders kritisch ist die Straße von Hormus, über die ein großer Teil des weltweiten Ölhandels abgewickelt wird.
Im August entwickelte sich der Ölmarkt jedoch unterschiedlich: Brent stieg gegenüber Ende Juli um 0,40 Dollar auf 90,49 Dollar je Barrel, während der US-Ölpreis WTI um mehr als einen Dollar auf 85,76 Dollar zulegte. Ein wichtiger Grund für den stärkeren Anstieg bei WTI war die angespannte Versorgungslage in den USA. Ende Juli waren die US-Rohölbestände aufgrund hoher Exporte und einer starken Raffinerieauslastung auf den niedrigsten Stand seit 2018 gefallen. Im August erholten sich die Lagerbestände zwar leicht, doch die weitere Entwicklung bleibt unsicher.
Zusätzlich belastet der Krieg die Versorgung mit Kraftstoffen. Drohnenangriffe der Ukraine auf die russische Energieinfrastruktur haben insbesondere das Dieselangebot verringert. Auch der Tropensturm Edouard könnte die Versorgung kurzfristig beeinträchtigen, falls Raffinerien an der US-Golfküste ihren Betrieb einschränken müssen.
Für die weitere Preisentwicklung sind daher geopolitische Risiken, US-Ölvorräte, die chinesische Nachfrage und die Kraftstoffversorgung entscheidend. Neue Lagerdaten des API und des DOE sollen zusätzliche Hinweise auf die Marktentwicklung geben.
Fundamental: neutral bis bullish Chartanalyse: bullish