Die Rohölpreise sind am Dienstag den dritten Handelstag in Folge gefallen. Brent näherte sich der Marke von 85 US-Dollar, während WTI bereits die psychologisch wichtige Grenze von 80 US-Dollar testete. Hauptgrund für den Preisrückgang sind neue Entwicklungen im Konflikt zwischen den USA und Iran. Berichte über Gespräche zwischen Iran und Oman zur möglichen Öffnung der Straße von Hormus verstärkten den Verkaufsdruck. Beide Länder sollen sich auf einen vorläufigen Schifffahrtskorridor geeinigt haben. Innerhalb von 30 bis 60 Tagen soll eine dauerhafte Route ausgehandelt werden.
Die Straße von Hormus ist für den globalen Ölmarkt von großer Bedeutung, da vor dem Iran-Krieg täglich rund 21 Millionen Barrel Öl durch die Meerenge transportiert wurden. Eine Normalisierung würde deshalb das Risiko von Lieferengpässen deutlich verringern und die Ölpreise weiter belasten. Zusätzlich sorgt der Wechsel der US-Strategie von militärischen Maßnahmen hin zu wirtschaftlichen Sanktionen für Hoffnungen auf eine Deeskalation und möglicherweise ein Abkommen zwischen den USA und Iran.
Für die weitere Preisentwicklung sind nun die US-Ölbestände und wichtige Konjunkturdaten entscheidend. Ein weiterer Rückgang der niedrigen Destillatbestände könnte die Preise stützen. Auch ein sinkender PCE-Preisindex könnte durch geringere Zinserhöhungserwartungen positiv auf die Ölnachfrage wirken. Kurzfristig bleiben die Ölpreise jedoch unter Druck.
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Fundamental: neutral bis bearish Chartanalyse: bearish